Ein Familienausflug mit dem Boot verspricht gemeinsames Abenteuer und viel Freiheit. Damit aus dem entspannten Tag auf dem Wasser kein Stress entsteht, lohnt sich gute Vorbereitung. Gerade mit Kindern sollten Sicherheit, Wetter, Verpflegung und die Reichweite des Bootes nicht erst unterwegs zum Thema werden.
Mit dieser Checkliste seid ihr für euren nächsten Familienausflug auf dem Wasser gut vorbereitet.
1. Sonnenschutz nicht unterschätzen
Auf dem Wasser ist die Sonneneinstrahlung besonders intensiv. Oft gibt es wenig Schatten, während die Wasseroberfläche einen Teil der Strahlung reflektiert. Zugleich sorgen Wind und Fahrtwind dafür, dass die Hitze weniger stark wahrgenommen wird. Ein Sonnenbrand kann deshalb schneller entstehen als erwartet. Auch bei bedecktem Himmel ist Sonnenschutz wichtig. Wolken halten UV-Strahlung nicht vollständig zurück.
Kinder sollten bereits vor dem Ablegen eingecremt werden. Den Schutz der Sonnencreme sollte man anschliessend regelmässig erneuern – besonders nach dem Baden, starkem Schwitzen oder Abtrocknen.
Fürs Gesicht empfiehlt sich an langen Tagen in der Sonne ergänzend zur Sonnencreme auch ein Schlauchtuch, das bis über die Nase gezogen werden kann und auch den Nacken schützt.
Zur Grundausstattung gehören:
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
- Sonnenhut oder Cap (z.B. unsere Mollusk Caps)
- Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz (z.B. von Vallon)
- leichte, möglichst langärmlige Kleidung (z.B. UV-Bekleidung von Mustang Survival)
- ein schattiger Platz an Bord

2. Wettervorhersage und Gewitterrisiko prüfen
Das Wetter kann sich auf Seen, Flüssen und in Küstenregionen schnell verändern. Starker Wind, Regen, Gewitter oder plötzlich aufkommender Wellengang können einen zunächst ruhigen Ausflug deutlich anspruchsvoller machen und auch eine Gefahr darstellen.
Verlasst euch nicht nur auf den Blick aus dem Fenster. Kontrolliert die Vorhersage möglichst kurz vor der Abfahrt nochmals und beobachtet das Wetter auch unterwegs.
Dunkle Wolken, zunehmender Wind oder rasch sinkende Temperaturen sind klare Zeichen, rechtzeitig einen sicheren Hafen oder eine geeignete Anlegestelle anzusteuern. Spätestens bei Donnergrollen oder Sturmwarnung (90 Blitze pro Minute) ist unverzüglich Schutz zu suchen.
Im Zweifel gilt: Lieber früher umkehren als zu lange warten.
Prüft deshalb vor der Abfahrt:
- die aktuelle Wettervorhersage (z.B. bei MeteoSchweiz)
- mögliche Gewitterwarnungen
- Niederschlagswahrscheinlichkeit
- die Wetterentwicklung für die geplante Rückfahrt
- Windrichtung und Windstärke (z.B. bei Windy.App)
- lokale Sturmwarnungen (z.B. bei Bodensee Navigator)
3. Genügend Wasser und Verpflegung mitnehmen
Auf dem Wasser wird häufig zu wenig getrunken. Sonne, Wärme und Wind erhöhen den Flüssigkeitsbedarf, auch wenn man sich körperlich kaum anstrengt.
Es ist deshalb wichtig, ausreichend Trinkwasser für alle Personen einzuplanen. Für Kinder eignen sich gut verschliessbare Trinkflaschen, die auch während der Fahrt sicher verwendet werden können. Als Orientierung sollte man lieber etwas zu viel als zu wenig Wasser mitnehmen. Zusätzlich ist eine kleine Reserve sinnvoll, falls sich die Rückfahrt verzögert oder mal etwas verschüttet wird. Ausserdem kann Leitungswasser auch immer hilfreich sein, wenn mal etwas abgewaschen werden muss.
Lebensmittel sollten möglichst hitzegeschützt aufbewahrt werden. Eine Kühlbox hält Getränke und empfindliche Speisen länger frisch. Alkohol sollte für die Person, die das Boot führt, tabu sein. Auch für andere Erwachsene gilt: Hitze, Sonne und Alkohol können den Kreislauf stärker belasten als an Land.
Praktisch für die Verpflegung sind beispielsweise:
- Snacks wie Früchte oder Gemüsesticks
- belegte Brote
- Nüsse, Müsliriegel oder salzige Cracker
- Wasser oder andere Getränke in wieder befüllbaren Flaschen (wie z.B. die Hydropak Flex, die auf dem Boot keine Schäden verursacht, wenn sie einmal im Cockpit herumrollt oder -fliegt)
4. Benzin und Reichweite realistisch planen
Ein leerer Tank ist nicht nur ärgerlich, sondern kann je nach Gewässer und Wetterlage auch gefährlich werden. Ohne Motorenantrieb kann eine Strömung oder auch der Wind schnell zum Problem werden. Deshalb sollte vor jeder Fahrt der Füllstand des Tanks kontrolliert werden und genügend Reserve eingeplant werden.
Zu berücksichtigen sind dabei:
- die geplante Strecke inkl. möglicher Umwege
- Gegenwind und Wellengang
- zusätzliche Fahrten zur Suche nach einem Liegeplatz
- längere Motorlaufzeiten
- eine ausreichende Sicherheitsreserve
Die tatsächliche Reichweite kann je nach Beladung, Geschwindigkeit und Wetter deutlich schwanken. Ein voll besetztes Boot mit Gepäck verbraucht unter Umständen mehr Treibstoff als bei einer kurzen Fahrt mit wenigen Personen.
Informiert euch vor längeren Touren auch darüber, wo sich die nächsten Tankstellen am Wasser befinden und ob diese geöffnet sind.
Eine einfache Regel lautet: Nicht erst zurückfahren, wenn der Tank beinahe leer ist. Die Reserve sollte für unerwartete Situationen erhalten bleiben.
5. Für jede Person die passende Rettungsweste
Die Rettungsweste gehört zur wichtigsten Sicherheitsausrüstung an Bord. Sie sollte nicht nur mitgeführt, sondern insbesondere von Kindern während der gesamten Fahrt getragen werden.
Entscheidend ist, dass die Weste zur Person und zum Einsatz passt.
Achtet auf:
- die richtige Gewichtsklasse
- eine passende Körpergrösse
- einen sicheren und bequemen Sitz
- ausreichend Bewegungsfreiheit
- den vorgesehenen Einsatzbereich
- den korrekten Verschluss aller Gurte
Bei Kinderrettungswesten ist ein Schrittgurt besonders wichtig. Er verhindert, dass die Weste im Wasser über den Kopf rutscht. Je nach Modell sorgen ein grosser Kragen, Auftrieb im Brustbereich und auffällige Farben dafür, dass das Kind im Wasser besser gestützt und gesehen wird.
Auch Erwachsene sollten die Weste nicht erst bei schlechtem Wetter anziehen. Ein Sturz über Bord passiert meist unerwartet – und häufig bleibt keine Zeit, die Weste nachträglich anzulegen.
Automatische Rettungswesten müssen zudem regelmässig kontrolliert und gemäss Herstellerangaben gewartet werden. Prüft vor der Fahrt, ob Patrone, Auslösemechanismus, Gurte und Aussenhülle in einwandfreiem Zustand sind. Weitere Tipps findet ihr in diesem Blog-Beitrag.
In unserem Sortiment führen wir sowohl Automatik- und Feststoffrettungswesten als auch Westen mit Handauslösung.
Was zusätzlich an Bord gehört
Neben Sonnenschutz, Wasser, Treibstoff und Rettungswesten sollten einige weitere Dinge nicht fehlen:
- Erste-Hilfe-Set
- geladenes Mobiltelefon und allenfalls Powerbank
- wasserdichte Hülle oder Tasche
- trockene Ersatzkleidung
- Handtücher
- wetterfeste Jacken
- persönliche Medikamente
- funktionierende Kommunikations- und Signalmittel
- je nach Gewässer vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung
Informiert euch vor der Fahrt über die geltenden Vorschriften für das jeweilige Boot und Gewässer. Für den Bodensee bildet die Verordnung über die Schifffahrt auf dem Bodensee die Grundlage, aber auch auf Websites wie boatdriver.ch findet ihr übersichtlich die wichtigsten Regeln.
Unsere Checkliste vor dem Ablegen
Vor der Abfahrt nochmals kurz prüfen:
- Ist das Wetter für die gesamte Tour geeignet?
- Sind Wind- und Gewitterwarnungen bekannt?
- Haben alle ausreichend Sonnenschutz?
- Ist genügend Trinkwasser an Bord?
- Reichen Treibstoff und Reserve sicher aus?
- Tragen alle Kinder eine passende Rettungsweste?
- Sind die Westen korrekt geschlossen und eingestellt?
- Ist die Sicherheitsausrüstung vollständig?
- Kennt jeder die wichtigsten Regeln an Bord?
- Weiss eine Person an Land ungefähr, wohin die Tour führt?
Unsicher, welche Rettungsweste zu eurer Familie passt?
Die richtige Weste hängt unter anderem von Körpergewicht, Einsatzgebiet, Bootstyp und persönlichen Anforderungen ab. Wir beraten euch gerne bei der Auswahl einer geeigneten Rettungsweste für Erwachsene und Kinder. Bei uns vor Ort oder unkompliziert via WhatsApp.

